Osterinsel

Rapa Nui, die tief im Pazifik gelegene Insel bewahrt bis
heute viele Geheimnisse und ist voller Mythen

 
Allgemeines

Die Osterinsel (rapanui: Rapa Nui, spanisch: Isla de Pascua) befindet sich völlig isoliert etwa zwischen Chile und Tahiti im Südostpazifik. Die maximale Länge beträgt 24 km, die maximale Breite nur 13 km. Höchster Punkt der Insel ist der Vulkan Terevaka (507 m). Weitere Vulkane sind der Rano Kao und der Maunga Terevaka. Alle Vulkane sind bereits erloschen.
Der einzige größere Ort ist Hanga Roa, wo sich der Flughafen und die meisten Hotels befinden. Bekannt ist Rapa Nui vor allem wegen seiner Geschichte und Kulturen. Die Moais, sind monumentale Zeugen einer bis heute unbekannten Kultur.


Daten & Fakten

Höhe:
0-507
Provinz:
Valparaiso
Einwohner:
3.800
Klima:
subtropisch

              Jan  Feb  Mär  April  Mai  Jun  Jul  Aug  Sep  Okt  Nov  Dez
Luft         23    23    22     21     20    18   18   18     19    20     21    22
Wasser   24   24    23      22     21    21   21   21    22    23     24    24


Beste Reisezeit:
ganzjährig möglich (Hochsaison Oktober-März)
Gesundheitshinweise allgemein:
-
Tipps für Ausrüstung und Kleidung:
Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Sonnenschutzmittel
Sehenswertes:
  • der Vulkan Rano Raraku (hier wurden die Moais hergestellt)
  • der Ahu Tongariki (größte Zeremonialplattform Polynesiens, mit 15 Moais)
  • der Strand von Anakena und die dort befindlichen Zeremonialplattformen Ahu Naunau und Ahu Ature Huki
  • der Ausblick vom Vulkan Rano Kao über die drei Motus vor der Südwestküste
  • der Steinbruch Puna Pau am Hang eines Nebenvulkans des Rano Kao
Tiere: (kleine Auswahl)
Der Einfluss des Menschen hatte auf dieser kleinen, isolierten Insel tiefgreifende Auswirkungen. Die meisten ursprünglich vorkommenden Tiere kommen dort nicht mehr vor oder sind ganz ausgerottet.
Es gibt nur eingeführte Säugetiere (Pferde, Schafe, Rinder, Schweine). Viele Pferde wurden ausgewildert und leben nun frei auf der Osterinsel.

Weitere: Moko (Echsenart), Fregattvögel, Sturmtaucher, Tölpel
Im Meer: Pottwale
Pflanzen:
Totora-Schilf (Rest der ursprünglichen Vegetation), sonst eingeführte Pflanzen wie Guavenbüsche, Eukalyptus. Kokospalmen, Zuckerrohr usw.
Entfernungen:
Sala y Gomez:
Pitcairn:
Gambieinseln:
Chilenische Küste:
Santiago de Chile:
Tahiti:
400 km
2068 km
2616 km
3526 km
3764 km
4251 km




(Flug 5h)
(Flug 6h)
 
Flughafen:
"Mataveri International" in Hanga Roa
Entfernung vom Zentrum: 0 km
Flughafencode: IPC


Kurzgeschichte der Osterinsel

Um 400 n.Chr.
Erstbesiedlung aus Polynesien

Ab etwa 1100
Beginn des Baus der Zeremonialplattformen (Ahu) und steinernen Statuen (Moai)
Ein Ahu ist bis zu 9000 Tonnen schwer, ein Moai bis zu 10 Meter hoch wiegt bis zu 80 Tonnen! (so gekennzeichnet: neu)

Um 1200
Blütezeit. Es leben etwa 14.000 Menschen auf der Osterinsel, die ausreichend natürliche Ressourcen vorfinden. Auf der Insel wachsen etwa 16 Millionen Palmen. Es entstehen über 1000 Steinstatuen, die die verstorbenen Häuptlinge repräsentieren (Ahnenkult).

Ab 1300
Radikale Entwaldung der einstigen Palmeninsel. Innerhalb von 400 Jahren werden 16 Millionen Palmen gefällt, wahrscheinlich wegen des in ihnen enthaltenen Wassers. Es wird vermutet, dass die Rapanui die Palmen fällten, weil sie so schneller zu Trinkwasser gelangten, indem sie das Wasser aus den Palmen verwendeten. Dazu fällten sie diese und verbrannten sie anschließend. Als Grund werden weite Wege zu den drei Süßwasserseen und Dürrezeiten vermutet.
Folge: zunehmende Bodenerosion

Ab 1425
Da die Erosion den Rapanui ihre Lebensgrundlage genommen hätten, errichteten sie Steingärten. Die Steine speicherten die Wärme der Sonne und hatten die Funktion einer Mulchschicht. Nur so konnten die Rapanui das Verhängnis abwenden, dass ihnen die massenhafte Abholzung der Palmen gebracht hätte.
Die Steingärten ermöglichten es den Rapanui, weiterhin Pflanzen anbauen um ihr Überleben zu sichern. Dazu mussten jedoch mehr als 1 Milliarde Steine bewegt werden, was ein größerer Aufwand war, als die Moais herzustellen und zu errichten. In der Zeit der Steingärten endet die Zeit der Moais und etwa um 1500 beginnt der Vogelmannkult.
Die alte Siedlung in Tongariki ist der größte Kultplatz der westlichen Hemisphäre.

14. Jhd
Zweite Besiedlungswelle aus Polynesien

Ab etwa 1500
Vogelmannkult
Überfälle und Stammeskriege, Kannibalismus

Um 1600
Es leben etwa 10.000 Menschen auf der Osterinsel

Ab 1650
Zahl und Artenvielfalt der Seevögel nimmt rapide ab

Erste Hälfte des 17.Jhd
Zusammenbruch der Stammesgesellschaft

Ab Ende des 17.Jhd
Die Kultplattformen werden durch die Insulaner selbst zerstört, die Moais umgeworfen Es wird vermutet, dass die Rapanui große Not litten und nicht mehr an ihre Kultur und Religion glaubten. Wahrscheinlich haben sie die Not selbst herbeigeführt, indem sie alle Palmen der Insel fällten.

5.4.1722
Der Holländer Jakob Roggeveen landet mit drei Schiffen auf der Insel.
Da er am Ostersonntag landet, nennt er die Insel „Osterinsel“.

15.11.1770
Der Spanier Felipe Gonzales de Haedo landet mit zwei Schiffen auf der Osterinsel und errichtet als Zeichen des spanischen Anspruchs mehrere Kreuze an markanten Punkten.
Spanien verlor in den Folgejahren das Interesse an der Osterinsel und gab den Anspruch auf

13.-17.03.1774
James Cook besucht im Rahmen seiner Südseeexpedition die Osterinsel

Um 1800
Die von europäischen Entdeckern eingeschleppten Krankheiten bewirken einen stetigen Bevölkerungsrückgang.

1859-1861
Mehr als 1500 Insulaner werden von peruanischen Sklavenhändlern verschleppt.

1864
Der erste Missionar betritt die Osterinsel, wo das soziale System bereits zerstört ist.
Die Reste der alten Kultur werden von christlichen Missionaren gelöscht.

1866
Beginn der Schreckensherrschaft des Franzosen Dutroux-Bornier, welcher die Rapanui aus ihren Siedlungen vertrieb und die Insel als Weideland für Schafe und Rinder nutzte.

1868
Die Einwohnerzahl beträgt nur noch etwa 900

1871
Weitere 3 Jahre später ist die Einwohnerzahl auf 168 gesunken

1876
Der Despot Dutroux-Bornier wird von den Rapanui getötet, als die Zustände für diese unerträglich sind.

1877
Es leben nur noch 111 Personen auf der Osterinsel.

9.9.1888
Die Osterinsel wird von Chile annektiert
Die Einwohnerzahl hat sich auf 178 erhöht

In der Folgezeit verpachtet die chilenische Regierung die Insel an ausländische Geschäftsleute, die dort Viehzucht treiben.

Ab etwa 1900
Die Lepra wird eingeschleppt und breitet sich aus

12.-19.10.1914
Während des 1. Weltkrieges treffen sich die deutschen Schiffe „Scharnhorst“, „Gneisenau“ und der kleine Kreuzer „Leipzig“ mit aus dem Atlantik kommenden Transportschiffen an der Osterinsel, um Brennstoff und Lebensmittel zu übernehmen.

23.10.1914
Das französiche Handelsschiff „Jean“ wird vor der Bucht von Hangaroa durch ein deutsches Kriegsschiff versenkt. Die Mannschaft des versenkten Schiffes wird auf der Insel zurückgelassen.

1914
Aufstand der Rapanui gegen die chilenische Fremdherrschaft;
Die Rapanui leben in unvorstellbarer Armut – sie haben kaum Kleidung und dürfen nicht zum Fischen aufs Meer fahren.

1955-1956
Thor Heyerdahl forscht auf der Osterinsel und stellt den ersten Moai wieder auf.

1960
Die Einwohnerzahl übersteigt 1000

21.5.1960
Das Erdbeben, welches die chilenische Stadt Concepción verwüstet, löst einen Tsunami aus, der die Südküste der Osterinsel trifft und den erst einige Jahre zuvor rekonstruierten Ahu Tongariki völlig zerstört.

1964
Chiles neu gewählter Präsident Eduardo Frei legt dem Parlament eine Gesetzesvorlage vor, um die Gleichstellung der Insulaner mit den Festlandchilenen durchzusetzen.

1965
Die Rapanui erhalten die chilenische Staatsbürgerschaft, haben aber keinen Anrecht auf einen chilenischen Pass und dürfen die Insel nicht verlassen.

1967
Die Insulaner erhalten endlich mehr Rechte

1967
Bau eines Flughafens, zögerlicher Beginn des Tourismus

1975
Bau des Krankenhauses

1984
Der Flughafen „Mataveri“ wird als Notlandeplatz für Raumfähren und für Flugzeuge errichtet

1988
Die Einwohnerzahl beträgt 1938

1994
Der Film „Rapa Nui-Rebellion im Paradies“ sorgt weltweit für Aufmerksamkeit

1995
Die Osterinsel wird UNESCO-Weltkulturerbe

Ab 1997
Die Insel wird mehr und mehr für Touristen interessant

2002
Es leben nun 3791 Einwohner auf der Osterinsel

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